SMS Großer Kreuzer Fürst Bismarck

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SMS Großer Kreuzer Fürst Bismarck

Beitrag#1von Fuzzy » 18. Nov 2013, 18:54

SMS Großer Kreuzer Fürst Bismarck

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Das Modell der Fürst Bismarck sollte mein ersten Fahrmodell werden das wirklich im Wasser war.2005 begann ich mit diesem Schiff,und zwar über Spanten und im Maßstab 1:100. Für den Bau stand mir ein Originalplan von 1906 und zahlreiche Originalfotos sowie auch etliche Fotos vom Werftmodell,das im DMM steht, zur Verfügung.

Das was ich ab jetzt hier schreiben kann kein Baubericht im klassischen Sinn sein.Es fehlen Baustufenfotos,Skizzen und was sonst noch so benötigt wird um den Werdegang eines Modells lückenlos zu dokumentieren.Da nie beabsichtigt war einen Baubericht, und schon gar nicht in einem Forum ( gabs damals überhaupt schon Foren?)darüber zu schreiben, fehlt das alles.

Die Fürst Bismarck ist für nicht "kaiserlichen Modellbauer"ein relativ unbekanntes Schiff weil seine Taten,wenn denn überhaupt welche stattgefunden haben,nicht so spektakulär waren um in die Geschichtsbücher ein zu gehen.Gerade weil sie unbekannt war gab es bis dato niemanden der sie für "Bauwürdig"hielt.
Mir hat sie auf den schwarz/weiß Fotos von Anfang an gefallen aber die Vorstellung mit einem Modell in Tropenbemalung auf dem Teich herumzuschippern gefiel mit noch viel mehr.


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Zunächst ein paar Zeilen zum Original
Stapellauf/Bauwerft:28.9.1897 Kaiserliche Werft Kiel
Schiffsart und -Klasse:Kreuzer I.Klasse
1899 Panzerkreuzer

Besatzung: 621 Mann
Technische Daten:Gewicht voll ausgerüstet 11461 t
L:127m B:20,4 m T:8,48 m
Antrieb:3 stehende 4-zyl.3fach Expansionsmaschinen mit zusammen 13600 PS
Geschwindigkeit:18 kn
Bewaffnung:4 SK-24 cm,12-SK 15 cm;10 SK-8,8 cm;MK 3,7 cm
6 Torpedorohre
Indiensstellung:1.4.1900,danach bis 1906 im Ausland ( Ostasien ),1914 Küstenschutz,
ab März 1915 Maschinen-Schulschiff in Kiel,1916 Büroschiff,am 17.6.1919 verkauft und bis 1920 in Audorf-Rendsburg abgewrackt.


Das Modell
Wie immer wird bei mir auf ebenem Kiel gebaut.Kiel unten,Deck oben.Beplankt ist mit Balsaleisten die mit Heißkleber auf die Spanten geklebt sind
Bild

Wie schon gesagt werden sich im Baubericht große Lücken auftun.Wer wissen will wie´s nach dem Beplanken weiter geht muß in den Bericht der Brandenburg wechseln und weiterlesen bzw.sich die Bilder ansehen denn jetzt wird der fertig beplankte Rumpf mit Glasfasermatten,die mit Epoxydharz getränkt werden,überzogen.
Ist das Harz abgebunden, kommt das bei uns Modellbauern so beliebte Spachteln und schleifen an die Reihe.

In diesem Stadium sollte man sich Gedanken machen wie die Zugänglichkeit zu den Innereien des Modells gestaltet werden sollen. Damit sind Wartungsklappen,Öffnungen o.ä.gemeint.
Zunächst jedoch mußte der Rumpf,d.h.das Deck, noch offen sein um die Ruderanlage sowie die drei Stevenrohre einzubauen.

Wer den Bericht über die Brandenburg gelesen hat weiß das die FüBi,weil vorher gebaut, als erste mit einer kompletten Rudereinheit ausgerüstet wurde.

Das Aluminiumteil ist 4,5 mm stark und stammt vom Schrottplatz.Wie lautet ein leicht abgewandelter Spruch?
Manchmal hat man KEIN PECH und dann kommt auch noch GLÜCK DAZU.
5 € hat es mich gekostet und für beide Modelle gereicht.

In diesem Stadium gibts viele Aspekte die berücksichtigt werden müssen.
Welchen Durchmesser hatten die Schrauben am Original?Mittelschraube 4,4 m und die beiden Außenpropeller 4,8 m Durchmesser.
Gibt´s käufliche Propeller mit diesen Durchmessern? Wie sehen sie aus?Welches Gewinde haben sie?
Gibt es Stevenrohre mit Wellen,deren Ende mit diesem Gewinde versehen sind?Sind die Stevenrohre lang genug damit die Motoren darunter passen?
Welche Motoren nehme ich?Fübi ist kein Rennboot,hat aber drei Schrauben mit großen Durchmessern!Mit welcher Spannung werde ich fahren?
Das sind Fragen die beantwortet werden müssen.

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Aber nicht mehr heute - beim nächsten mal. :)
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Re: SMS Großer Kreuzer Fürst Bismarck

Beitrag#2von I.AO † » 18. Nov 2013, 19:11

Sehr schön das du den Fürsten hier vorstellst !
Er gehört meiner Meinung nach zu den elegantesten Schiffen der Kaiserlichen Marine .
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Re: SMS Großer Kreuzer Fürst Bismarck

Beitrag#3von Fuzzy » 23. Nov 2013, 15:22

Zunächst wird die Länge der Stevebrohre ermittelt,d.h.bevor das getan wird muß erst ein geeigneter Motor gesucht werden.
Es mußte ein Langsamläufer sein,kein Quirl.Mein Favorit hatte 4000 u/min bei 12 V und einem Motordurchmesser von 36 mm.
Der Abstand zwischen Mitte Motorwelle und Mitte Stevenrohr mußte also mindestens einen halben Motorduchmesser plus eine Zugabe für die Motorbefestigung betragen.
Ich hasse es wenn Modelle an mir vorbei fahren die Geräusche wie mein erstes Moped von sich geben. Deswegen lege ich unter meine Motoren noch zusätzlich eine Dämpfung aus Silicon um diese Geräusche zu minimieren.

Zur Probe wird ein Holzstab oder entsprechendes Rohr im richtigen Abstand zum Kiel soweit in den Rumpf geschoben bis der Abstand Motor - Welle erreicht ist.Dann die Länge des Rohres gemessen.So lang muß die Welle sein,entsprechend kürzer das Steverohr.Mit diesen Maßen bin ich zum Modellbauladen hin,um einzukaufen.Stevenrohre mit Wellen gabs,aber keine in der Länge die ich brauchte.Was bliebt also übrig?
Selbst bauen.Wenn schon Eigenbau,dann auch richtig .Damit stand die Entscheidung fest,kugelgelagerte Wellen anzufertigen.

Dank Internet gibts die Einzelteile,auch in kleinen Mengen zu kaufen, kein Problem.

Einpassen eines Kugellagers.
Bild

Die Einzelteile oben:
Kugellager innen,Stevenrohr,Kugellager außen
Mitte:Abdeckkappe,Lagerbock innen,Lagerbock außen,Abdeckkappe außen.
Unten:Edelstahlwelle,Propeller die gekauft sind.
Das einzige Problem war, M 4Gewinde auf die Welle zu schneiden.Edelstahl,jedenfalls dieser,ist hart,sehr hart.Lösung:Den Bereich in den das Gewinde geschnitten werden soll mit einer Lötlampe ausglühen.
Bild

Wie bei mir Wellen passgenau eingebaut werden kann hier nachgelesen werden.
http://www.modell-schiffbau.de/einbauten-modell-leichtgemacht-f143/einbau-von-stevenrohren-und-motoren-t174.html

Im Gegensatz zu einigen Modellbaukollegen erfolgt bei mir die Probefahrt immer so früh wie möglich.Nicht das nach Fertigstellung des Modells festgestellt werden muß das Ruderkocker oder Stevenrohre undicht sind.Nicht auszudenken wenn das passiert.Dann hilft nur noch eins,einen schönen Platz in der Wohnung suchen und das Modell zum Standmodell umfunktionieren. :(

Eigent ich ist es viel zu früh dieses Foto zu zeige, weil das Modells sich schon in einem schon ziemlich weit fortgeschritten Baustadium befindet und das vorweg nimmt was eingentlich noch beschrieben werden soll.Der Grund dafür ist das die Beschreibung,Wellen bauen mit anschließender Dichtigkeitsprüfung,nicht auseinander gerissen werden soll.

Probefahrt mit 12 Volt :shock:
Nur Schnellboote sind schneller.
Bild
Konsequenterweise mußte der 12 V Akku raus,dafür kam einer mit 6 V rein .
Jetzt ist das Modell logischerweise langsamer,aber immer noch viel zu schnell.Das bleibt so denn noch mehr Geld für einen weiteren Akku wollte ich nicht ausgeben.

So fährt sie,meine Fübi,mit 6 V und 2000 u/min
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Fortsetzung folgt
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Re: SMS Großer Kreuzer Fürst Bismarck

Beitrag#4von I.AO † » 25. Nov 2013, 20:07

Schöne Aufnahmen auch von Herbert seiner Hagen .
Von wem ist das S-165 ?
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Re: SMS Großer Kreuzer Fürst Bismarck

Beitrag#5von Fuzzy » 25. Nov 2013, 22:59

die gehört Eberhard Türk
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Re: SMS Großer Kreuzer Fürst Bismarck

Beitrag#6von I.AO † » 26. Nov 2013, 09:16

Danke für die Info .
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Re: SMS Großer Kreuzer Fürst Bismarck

Beitrag#7von Fuzzy » 28. Nov 2013, 12:51

Ohne Wellen fährt sie nicht.
So sah der Antrieb aus bevor der Rumpf grundiert wurde
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Ich bin kein Freund von Polystyrol oder ABS und vermeide, wo es geht,damit zu arbeiten.
Holz,genauer gesagt,Sperrholz ist das Material mit dem ich am Liebsten arbeite.
Auf einem unten offenen Gerüst das mit Stehbolzen auf dem Deck fixiert ist wird pue`a pue ein Deck nach dem anderen aufgebaut.

Bild
Die gebogenen Seitenwände werden soweit erforderlich einige Zeit gewässert und dann mit einem heissen Lötkolben annähernd in Form gebracht.
Den Rest macht der wasserfeste Holzleim.
Bild
Währendessen der Leim trocknete habe ich die Bullaugenlöcher angerissen,gebohrt und Aluhülsen eingesetzt.
Anschließend bündig feilen,fertig.
Zwischendurch immer mal wieder den Rumpf grundieren und die sichtbar gewordenen Macken nachspachteln und schleifen.
Nicht das jemand denkt die Aufbauten bleiben roh,neee,die werden natürlich von allen Seiten versiegelt damit später keine Feuchtigkeit oder gar Wasser eindringen kann.
Bild

Früher habe ich nur Standmodelle gebaut und brauchte darauf, das vielleicht mal einen Motor ausgewechselt oder das Ruder eingestellt muß,keine Rücksicht zu nehmen.Bei meinem ersten Fahrmodell glaubte ich, für den Fall der Fälle gerüstet sein zu müssen und habe alle Aufbauten,Geschütztürme und Barbetten abnehmbar gemacht.
Bild

Ganz hinten,wo sich das Ruder befindet gibt´s eine große Öffnung damit das Ruder leichter erreichbar ist.

Denn das sieht so aus.
Aufgrund des sehr spitz zulaufenden Hecks war es unmöglich das Ruder mit Anlenkhebeln auszurüsten, der Ruderausschlag war so klein das es ünmöglich war Kurven unterhalb von 10 m Durchmesser zu gefahren.

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Ach so,was vielleicht nicht jeder weiss;Schiffspropeller schlagen immer nach außen,von der Schiffsmitte weg
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Re: SMS Großer Kreuzer Fürst Bismarck

Beitrag#8von Schlossherr » 28. Nov 2013, 13:21

Günther:
danke für den schönen Bericht und die treffenden Bilder.....
sitze weiter in der 1. Reihe, auch wenn ich nicht immer meinen AH & OH dazu gebe.
______________________________________________

Gruß
Michael
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"wenn ich hier Modellboot fahre, läuft hier niemand über´s Wasser, egal wer sein Vater ist"
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Re: AW: SMS Großer Kreuzer Fürst Bismarck

Beitrag#9von FaTu » 28. Nov 2013, 15:31

Schönes Schiff, ich setz mich zu Michael ;)

Kannst du die Ruderanlenkung bitte mal genauer vorstellen, also wie was und woher? Danke...
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Re: SMS Großer Kreuzer Fürst Bismarck

Beitrag#10von Fuzzy » 28. Nov 2013, 18:18

Ich habe mir lange Gedanken gemacht wie die Ruderanlenkung trotz des geringen Platzangebot´s aussehen könnte.
Wie ich auf diese Idee gekommen bin weiß ich heute nicht mehr denn inzwische sind 8 Jahre vergangen.
Wenn ich mich nicht irre gibt es heute noch diesen Kettenbausatz mit,ich glaube 4 Ritzeln und einer Kette,bei,ich glaube schon wieder,Robbe.
Dank Internet läßt sich das schnell feststellen.
Im Kiel befindet sich eine Bohrung in die ein Messingrohr eingeklebt ist damit die Ruderachse eine vernünftige Führung hat.
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Auf diese Edelstahlachse,weil Rostfrei,wird das kleine Ritzel aufgesteckt und mit einer Madenschraube festgeklemmt.
In diesem Fall mußten sogar die Zähne etwas abgedreht werden weil es sonst nicht an der Bordwand vorbei gegangen wäre.

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Auf der anderen Seite befindet sich das Ruderservo mit dem anderen,gleich großen Ritzel.
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Bei meinem aktuellen Modell sind die Platzverhältnisse noch viel beengter.
Die kleinsten Langsamläufer die ich kriegen konnte haben ein Durchmesser von 30 mm und sind damit immer noch viel zu dick.
Deshalb müssen die beiden Außenmotoren in die erste Etage umziehen. :D
Das Heck läuft so spitz zu das die Ruderanlenkung selbst mit einem Zahnriemen problematisch ist.Das kleinste Ritzel das es gibt hat einen Durchmesser
von 10 mm.

Ob der Dampfer die Jungfernfahrt heil übersteht.....wer weiß das

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