SMS Großer Kreuzer Fürst Bismarck

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Re: SMS Großer Kreuzer Fürst Bismarck

Beitrag#11von Schlossherr » 28. Nov 2013, 23:17

Günther hat geschrieben:Wenn ich mich nicht irre gibt es heute noch diesen Kettenbausatz mit,ich glaube 4 Ritzeln und einer Kette,bei,ich glaube schon wieder,Robbe.


hm...das kommt mir bekannt vor, diese Kette und die Ritzel......erinnert mich an die aktuelle Rollfocksteuerung in meiner ATLANTIS von ROBBE


.....
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Re: SMS Großer Kreuzer Fürst Bismarck

Beitrag#12von Fuzzy » 29. Nov 2013, 15:23

Als es gestern darum ging zu zeigen das der Zugang zur Ruderanlage über eine große Öffnung geschieht,hat Ich ein Bild gezeigt.
Darauf ist zu sehen das in diesem Baustadium,außer den Deckshäusern auch schon die Schornsteine und Geschütztürme der schweren Artillerie im Rohbau fertig sind.
Wie ihr seht erstreckt sich quer äber den Rumpf eine mehrfach abgewinkelte Leiste.
Wer ein Modell selbst über Spsnten baut dem kann ich nur empfehlen sich ebenfalls so ein Ding zu bauen,denn damit wird das Modell immer wieder in der gleichen Lage nämlich der Wasserlinie fixiert.Bekanntermaßen ist die Wasserlinie das Maß aller Dinge.

Meine Schornsteine mußte ich,mangels geeigneter Rohre selbst herstellen.Der große,runde,besteht aus GfK das über ein entsprechendes Rundholz laminiert wurde.Schwieriger war es den Ovalen herzustellen.Man hätte beispielsweise ein Spantgerüst bauen und mit Balsaleisten beplanken können,ich jedoch entschied mich dafür einen Buchenrundstab oval zu schleifen und anschließend ebenfalls mit einem Glasfasergewebe zu über ziehen.

Die beiden großen Geschütztürme sollten,der Optik wegen,Zwillinge werden was bei Handfertigung nicht so einfach ist,zumal die Randverstärkungen der Rohrdurchlässe mit dran sein sollten.
Zwillinge,Drillinge oder mehr lassen sich nur mit einer Form herstellen.

Man baut ein Urmodell und stattet es mit allen Anbauteilen aus die schwierig herzustellen sind und von denen man glaubt das man das fertige Gießteil heil aus der Form bekommt ohne sie dabei zu zerstören.Dann wird eine kleine Kiste aus Holzabfällen gebaut und das Urmodell hinein gestellt.Leicht ankleben ist ratsam damit es nicht aufschwimmt.
Die Form wird mit Siliconkautschuk gefüllt.Am nächsten Tag ist das Silikon ausgehärtet,das Urmodell kann entnommen werden.
Wir haben jetzt eine negative Form deren sichtbare Fläche die Außenkannte des später fertigen Geschützturms darstellt.
Um hohle Geschütztürme mit einer Innen-und Außenkante gießen zu können muß sich zwischen beiden Kanten die Materialstärke befinden.
Wie stark die sein muß oder soll kann jeder selbst entscheiden.
Meine Materialstärke bestand aus Wachsplatten die ich von irgendwo aus dem Internet hatte.Die Wachsplatten wurden zurecht gschnitten und in die Negativform gedrückt.Anschließend wird eine neue Kiste um die Negativform herum gebaut die aber höher als die erste Kiste sein muß weil sie das Silicon der oberen Form,der Positivform ,aufnehmen muß.

ganz wichtig dabei ist,das Zentrierungen auf dem Negativ angebracht werden die sich nachher auf dem Positiv abdrücken. Sie gewährleisten das beide Formhälften beim Aufeinanderfügen immer wieder in der gleichen Lagen zu liegen kommen.


Wie´s immer so ist,was gebraucht wird ist gerade nicht vorhanden.Keine Form.

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Für Beiboote,Anker ect.gilt das gleiche.
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Re: SMS Großer Kreuzer Fürst Bismarck

Beitrag#13von I.AO † » 29. Nov 2013, 15:35

Hey Günther ,
wieder ein hervorragender Bericht mit reichlich Tipps .
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In der Ruhe liegt die Kraft

MfG Hans

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Re: SMS Großer Kreuzer Fürst Bismarck

Beitrag#14von Fuzzy » 29. Nov 2013, 18:58

Sorry, den wichtigsten Tip habe ich natürlich vergessen. :oops:

Bevor die Positivform gegossen wird,also das Silicon auf die untere Form,das Negativ gegossen wird,sollte auf keinen Fall vergessen werden die untere Form,das Negativ,

sehr sorgfältig zu wachsen denn sonst kriegst du beide Hälften garantiert nicht auseinander. Und das Urmodell ..............

........noch steck drin :D :D :D
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Re: SMS Großer Kreuzer Fürst Bismarck

Beitrag#15von Fuzzy » 7. Dez 2013, 19:02

Nach unserem kleinen Abstecher in den Formenbau geht´s am Rumpf weiter.
Grundiert und ausgebessert hatte ich ihn bei jeder Gelegenheit.Die Bullaugenlöcher waren drinn, und alle Losteile,wie etwa die vorderen Schwalbennester,angeklebt.
Langsam wurde es Zeit sich um die Lackierung zu kümmern.
Der Unterwasserrumpf des Originals war mit Munzmetall beschlagen.

Unterwasserrümpfe von Schiffen die sich in den Tropen aufhielten waren schnell mit Algen,Schlamm und Muscheln bewachsen.Dadurch wurde deren Geschwindigkeit herabgesetzt sowie auch der Energieverbrauch erhöht.

Um Abhilfe zu schaffen hat man sie anfänglich mit Kupferplatten beschlagen,denn in Verbindung mit Salzwasser bildet sich auf der Kupferoberfläche giftiges Kupferoxyd das diese kleinen Tierchen gar nicht mögen.
Kupfer war schon zu damaliger Zeit teuer und schwer sowieso.Irgendwann gelang es einem Herrn Muntz aus England,Kupfer und Zink zu mischen.Diese Legierung nannte man Muntzmetall,heute Messing.Es hatte die gleichen Eigenschaften wie reines Kupfer war aber billiger bei größerer Härte.
Bild


Mein UW-Rumpf sollte ebenfalls damit ausgerüstet werden,nur nicht mit einzelnen Platten,sondern als ganzes.
Ihr glaubt nicht wie schwer es war jedenfalls damals,Goldlack und dann noch seidenglänzenden zu bekommen.
Nach etlichen vergeblichen Versuchen habe ich ungefähr 10 Dosen Goldlack von der Sorte, mit der ich immer Kompasse und Dampfbeiboot-Schornsteine gestrichen habe,gekauft.

Über das was ich mit diesem Lack erlebt habe könnte ich heute noch heulen,ehrlich.
Im Prinzip lief das so ab:Rumpf sauber gemacht und in der Garage mit Goldlack gespritzt.
Trocknen lassen.Vorher noch den Modellständer mit Filz ausgepolstert damit er ja nicht auf dem nacken Holz aufliegen muß,damit es keine Kratzer gibt.
Nach einiger Zeit,ich glaube es waren zwei Tage, den Rumpf in den Ständer gelegt und daran weiter gearbeitet.

Irgendwann mußte ich den Rumpf drehen und dann...Bild
Der Filz hatte sich millimetergenau auf dem Rumpf abgezeichnet.
Tcha,hatte wohl nicht lange genug gewartet bis der Lack richtig trocken war,dachte ich.

Also!Wieder alles abschleifen und noch mal neu.
Diesmal den Rumpf eine Woche trocknen lassen - um sicher zu gehen.
Dann sofort die Kratzprobe gemacht,den Rumpf über Nacht darin stehen lassen.Am nächsten Morgen das gleiche...Bild
Was jetzt?
Auf jeden Fall musste die Farbe wieder runter.Also los.
Vielleicht ist der Lack nicht hart genug war mein Gedanke.Muß wohl nach dem Trocknungsprozess,noch bevor er in den Ständer kommt, mit Klarlack gespritzt werden.
Gesagt - getan.
Endlich hatte es geklappt,keine Druckstellen mehr.

Sieht doch gut aus,nicht war.
Bild

Ein paar Tage später sollte der Wasserpaß angerissen werden.

Das Abklebeband hatte ich vorher extra auf dem Türblatt meiner Werkstatt mehrmals "entschärft"
Trotzdem:Einmal schräg angesetzt und wieder abgezogen.Bild
Bild

Weiß der Geier was mit dem Lack los war,Bild
Bild

Also...wieder alles abschleifen und noch mal von vorn.
Auf das was mir dann einfiel hätte ich schon viel früher kommen sollen,denn schließich ist im Modellbau alles erlaubt was dich weiter bringt.
Ich habe meinen VAG Partner kontaktiert der mir daraufhin mindestens 10 Goldmetallic-Lacke zur Auswahl anbot,und zwar 2K Lacke.
So hat Fübi doch noch seinen Muntzmetallanstrich erhalten,wenn auch glänzend,aber egal.

Drei Kreuze,als das erledigt war.
Nach dem Unterwasserrumpf kam der Wasserspass, und dann der Überwasserrumpf dran.Zum Schluß wurden die Decks gespritz.In RAL 8012 weil das Original in diesen Bereichen mit Linoleum belegt war.
Bild

Die Aufbauten sind teileweise gespritz,Kettenbahn und Spills in Arbeit.
Bild

Die Fotos werden ab jetzt besser,dank meiner neuen Kamera
Masten aus GfK,Gefechtsmarse aus Resin
Bild

Am Modell
Bild

Regenrinnen,Wasserabweiser oder Wimpern wie einige Modellbauer die Dinger nennen die verhindern das Wasser über die Bullaugenscheiben läuft und die Sicht nach draußen behindert, kann man kaufen.........
..............oder ganz leicht selbst herstellen.
Über ein Röhrchen wird eine Spirale aus 0,5er Messingdraht gewickelt und anschließend immer halbe Windungen abgekniffen.Man muß vorher ein,zwei Probewicklungen durchführen bis der richtige Rohrdurchmesser ermittelt ist,der Draht springt nämlich immer etwas auf.
Bild

Angeklebt wird mit Nagellack weil der sehr dünnflüssig ist. Sekundenkleber ist auch dünnflüssig nur hinterläßt der häßliche Klebespuren.
Wenn die abschließende Lackierung erfolgt,egal ob mit selbst gemachten oder gekauften Regenrinnen,wird der Nagellack durch das Lösungsmittel im Lack aufgelöst wodurcch sich beiden miteinander vermischen.Folglich gibts keine Kleberrückstände.

Bild

Bullaugen kann man so oder so basteln,mit wenig oder viel Aufwand.
Früher habe ich in bei meinen Standmodellen, kleine runde schwarze Plastikscheiben ins Bullaugenloch hinein gedrückt.
Weil Fübi ein Fahrmodell ist ging das natürlich nicht denn hier müssen sie wasserdicht sein.
Buchenrundstäbe,enstsprechenden Durchmessers und Länge wurden auf einer Seite schwarz gestrichen.
Bild

Anschließend wird farbloses Sanitärsilikon in eine kleine Spritze umgefüllt und damit eine kleine Menge ins Loch gespritz.
Den Buchenrundstab bündig oder eine Kleinigkeit zurückspringend hinein drücken,fertig.

Tip:Es wird passieren das etwas Silikon aus dem Loch hervor quillt, entweder weil zu viel eingefüllt wurde oder weil der Modellbauer einen Tatterich :lol: hatte
Auch wenn noch so sorgfältig abgewischt wird,Spuren davon sind trotzdem sichtbar.Einfach ein,zwei Tage warten bis es richtig ausgehärtet ist und dann mit einem Radiergummi vorsichtig wegradieren.
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Re: SMS Großer Kreuzer Fürst Bismarck

Beitrag#16von Schlossherr » 7. Dez 2013, 19:23

Hallo Günther....
danke für Deinen mit wertvollen Tipps gespickten Baubericht.
Der Tipp mit dem Silikon und den Buchenstäbchen für die Bullaugen kommt gerade recht....denn ich muss bei meinem M-Boot auch Bullaugen setzen und da ist das Deck schon drauf.
Allerdings werde ich das mit Acrylstäbchen machen.

kurz gefragt:

Wo bekommt man dieses spezielle Silikon ?
Verträgt sich das mit Zappon- oder Nagellack ? (möchte da zum Abschluss einen Glanz auf den Bullaugen....)
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Re: SMS Großer Kreuzer Fürst Bismarck

Beitrag#17von Fuzzy » 7. Dez 2013, 20:14

Mensch Michael.....

du fragst mich schwere Sachen :(

Einfach mal ausprobieren,dann weißt du´s

Silicon gibt´s im Baumarkt
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Re: SMS Großer Kreuzer Fürst Bismarck

Beitrag#18von I.AO † » 10. Dez 2013, 19:56

Günther ,
zu deinem Muntzmetallanstrich , hast du mal Probiert mit matten Klarlack oder Seidenmatt darüber zu gehen um den Glans zu dämpfen ?
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Re: SMS Großer Kreuzer Fürst Bismarck

Beitrag#19von Fuzzy » 10. Dez 2013, 23:42

Doch Hans,
sieh dir die abgezogene Klarlackfladen am Klebeband an.Ist alles mitgekommen nachdem ich es schief angesetzt hatte und wieder abgezogen habe um es besser aufzukleben.
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Re: SMS Großer Kreuzer Fürst Bismarck

Beitrag#20von I.AO † » 10. Dez 2013, 23:49

Günther , ich habe mich falsch ausgedrückt , meinte nach dem lackieren mit dem Autolack -
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