Keine alte Fregatte..........

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Keine alte Fregatte..........

Post#1by Fuzzy » 19. Aug 2015, 15:47

..........war die Dame,

...............sondern Augusta Marie Luise Katharina von Sachsen-Weimar-Eisenach,Ehefrau Kaiser Willhelms I.Deutsche Kaiserin und Königin von Preußen........
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Hier mit ihrem Mann Kaiser Wilhelm I. (Quelle Wikipedia)

(* 30. September 1811 in Weimar; † 7. Januar 1890 in Berlin)


...........und Namensgeberin der Kreuzerkorvette Kaiserin Augusta an der ich schon seit 31 Monaten arbeite.

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Die Kreuzerkorvette Kaiserin Augusta wurde von 1890 bis 1892 mit der Baummer 53 auf der Germania Werft in Kiel gebaut.

Bei einer Länge von rund 123 m und einer Breite von ungefähr 15,60 m betrug ihre Verdrängung ca.6300 t.

Sie wurde von 3 stehenden 3zyl.3-fach Expansionsmaschinen mit zusammen rund 13000 PS
angetrieben und erreichte damit eine max.Geschwindigkeit von 21,5 kn.Damit war Sie das schnellste Schiff der kaiserlichen Marine.

Während ihrer Dienstzeit erfolgten des öfteren Umbauten die auch ihre Bewaffnung betrafen wobei die stärkste aus 12 Schnellfeuerkanonen 15 cm/L35,8 Schnellfeuerkanonen 8,8 cm/L30,und 4 Torpedorohren bestand.

Lt.Gröner war sie alles andere als ein gutes Seeschiff,heftig schlingernd und stampfend,schwere See von vorn gefährdete die Back,ihre Abdrift durch Wind war erheblich,die Steuerung und Manövrierfähigkeit nur mittelmäßig.

Bereits vor ihrer Indienststellung ,ohne die notwendigen Probefahrten absolviert zu haben,wurde sie zu den Jubiläumsfeierlichkeiten der Entdeckung Amerikas vor 400 Jahren nach dort entsand.
Bei den Überfahrten stellte sich heraus das die Verbände und Bauteile zum Teil viel zu schwach waren und erheblich verstärkt werden mußten.

Die Kreuzerkorvette war bis 1902 im Ausland,später Artillerieschulschiff. 1920 wurde sie in Kiel abgewrackt.

Als 1989 die Mauer zwischen Ost-und Westdeutschland fiel wurden auch die Archive in Potsdamm,in denen die Russen alles was mit Militär zu tun hat verwahrten,geöffnet.

Über Umwege fiel mir per Zufall :D ein Stapel DIN A4 Seiten,ungefähr zwei Daumen dick,in die Hände, sie entpuppten sich als Kopien eines Originalplans der Kreuzerkorvette Kaiserin Augusta.Neugierig wie Modellbauer halt sind wurde das Papier zu einem Plan zusammen geklebt und begutachtet.Dabei stellte sich heraus das eine ganze Menge " Plan"fehlte,zudem war der ehemals sehr große Plan beim Kopieren auf den damals noch ungenau arbeitenden Kopieren stark verzerrt worden.

Ich habe den Plan nach bestem Wissen und Gewissen zusammen geklebt und im Copyshop kopieren lassen.
Die Spanten waren unvollständig,nur als Halbspant dagestellt, und ebenfalls verzerrt.

Nachdem alle eingescannt waren habe ich sie in tagelanger Arbeit zu ganzen Spanten zusammen gesetzt und in einen gemeinsamen Massstab umgerechnet.

Aufgrund der Verzerrungen beim Kopieren und meinen eigenen Ungenauigkeiten beim Zusammensetzen kam das dabei heraus.

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Ein paar Spanten fehlten,alle anderen waren zu breit oder zu schmal.Es gibt einschlägige Literatur aus der ersichtlich ist welche Maße welches Schiff hat.Diese Maße wurden ins Zeichenprogramm eingestellt,die vorhandene Spanten ungefähr dort plaziert wo sie sein müssen,weil derCopyshop-Plan längst nicht diesen Maßen entsprach,und dann solange eine Kurve um die Spanden gelegt bis der Straak einigermaßen i.O. war.

Nun konnten die fehlenden Spanten ausgemessen werden um sie dem Plan hinzuzufügen.
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Das der Riss auf Anhieb nicht passt, war mir von vorn herein klar.Beim folgenden Versuch wurden sie schon mal nach meinen Vorstellungen gestaltet,auch das nur als erster Versuch.

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Der nächste Versuch sah dann so aus.Hier als Einzelspant gezeichnet.

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Mein Plan war,ein Modell zu bauen bei dem der Rumpf der Länge nach in zwei Teile geteilt ist.
Deshalb besteht jeder Spant aus einem Unter-und Oberspant,beide Hälften sind durch einen schmalen Steg miteinander verbunden.Diese Verbindung wollte ich,nachdem der Rumpf-Rohbau beendet ist,kappen.
Damit kein Wasser beim Schiffchenfahren ins Unterteil gelangt muß ein Süll vorhanden sein der das verhindert.Die Befestigungsflächen dafür sind die senkrecht stehenden Teile am Spant die später durch schmale Brettchen miteinander verbunden werden.
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Re: Keine alte Fregatte..........

Post#2by Schlossherr » 19. Aug 2015, 23:47

Hallo Günther,
sehr interessanter und ausführlicher Beginn eines Bauberichtes.....


Ich freue mich auf weitere, interessante Folgebeiträge zur Kaiserin von 1890, einem Modell, dass man selten sieht.
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Re: Keine alte Fregatte..........

Post#3by Schlossherr » 22. Aug 2015, 00:21

Hallo Günther,
Neuanfang braucht es nicht, habe die Rösser gezähmt und das Schiffchen in der Breite ca. verdoppelt.
...dann etwas rausgenommen....Jürgen wird es mir verzeihen denke ich.....

Bitte mache einfach mit Deinem Bericht hier weiter, danke
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Re: Keine alte Fregatte..........

Post#4by jürgen waldmann » 22. Aug 2015, 12:05

Das wünsche ich auch , denn wo sieht man schon ein Bild von
der alten Dame , geschweige ein Fahrmodell ?
Gruss Jürgen
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Re: Keine alte Fregatte..........

Post#5by Fuzzy » 22. Aug 2015, 15:20

So,nächster Schritt!
Spanten ausdrucken auf Sperrholz deiner Wahl kleben,und dann aussägen.
In den Zeiten in denen ich noch an meiner ersten Million arbeitete reichte mir eine normale Laubsäge,aber jetzt...........
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Wer mir schon einmal beim Bau eines Spantgerüst´s über die Schulter gesehen hat,weiss das ich die Spanten immer auf Kiel aufbaue,nie über Kopf.

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Anschließend mit Leisten beplanken,immer schön wechselseitig damit sich der Rumpf nicht verzieht.
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So lange wie möglich bleibt der Rumpf unten offen damit er immer wieder in die gleiche Lage gebracht werden kann.
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Wichtig ist zu erwähnen das, bevor das Deck drauf kam vorn und hinten noch je ein Zentriestift eingebaut wurde.Jeder besteht aus zwei Teilen die möglichst genau ineinander passen sollen damit beide Rumpfhälften beim Zusammenstecken genau übereinander passen.

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Nun war der Zeitpunkt gekommen beide Rumpfhälften zu trennen.

Hier wird am Unterteil gerade der Süll angeklebt.
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Von Spant zu Spant gibt es Zwischenräume in die ich keine Sperholzbrettchen eingeklebt habe um dann von vorn bis nach hinten einen gleichmäßigen Straak herzustellen,denn hier befindet sich die untere Dichtfläche, wie ich sie nenne,hier liegen beide Rumpfhählften ausfeinander.

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Re: Keine alte Fregatte..........

Post#6by gnoib » 23. Aug 2015, 00:46

sehr spannend, jetzt verstehe ich auch die komischen nuten in den Spanten, sehr pfiffig das.
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Re: Keine alte Fregatte..........

Post#7by Schlossherr » 24. Aug 2015, 00:03

fein,dass es hier weiter geht...
danke Günther
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Re: Keine alte Fregatte..........

Post#8by Fuzzy » 27. Aug 2015, 19:11

Wie schon weiter vorn "gewarnt" :( während des Bau´s gab´s immer wieder neue Ideen, wie was verbessert werden kann oder was vielleicht nicht so gut ist und wieder abgerissen wird.

Nirgends habe ich gelesen und/oder detailierte und chronologisch geordnete Fotos gesehen wie der Bau eines zweiteiligen Rumpfes ablaufen muß,soll oder kann.

Das es keine Gebrauchsanleitung geben kann war mir schon klar,schließlich hat jedes Modell seine eigenen Tücken.

So, hier sind beide Hälften aufgeklappt,um zu zeigen wie es prinzipiell gehen könnte.

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Einmal kam mir die Idee das der stumpfe Süll im Bugbereich des Unterteils vielleicht Wellen aufstauen die dann,größer werdend, über den Süll ins Boot laufen.
Das die Rumpfteilung vom Wasser durchströmt wird war mir klar,abhilfe könnte nur eine Dichtung bringen,aber gerade das wollte ich nicht.

Auslöser meiner Gedanken war dieses Weltmeisterschaftsmodell das ich vor etlichen Jahren in Pirna sah.

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Ursprünglich sah die Pobjeda,ein russischen Panzerschiff, mal so aus

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Das der Kollege sein Panzerschiff übermotorisiert hat ist eindeutig,so viel Gas wie er hätte ich allerdings nicht gegeben.
Aus meiner Sicht ist das gelbe U-Profil im Bugbereich an dem Desaster schuld.Bestimmt ist Wasser dort hinein gelaufen, hat sich aufgestaut und lief dann in den Rumpf.
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Re: Keine alte Fregatte..........

Post#9by jürgen waldmann » 28. Aug 2015, 08:54

Hallo Günther ,
der Untergang des Modells ist auf überhöhte Geschwindigkeit zurück zu führen ,
den Brand und die starken Brandspuren kann ich mir nicht erklären !!??
Vielleicht wurde auch eine deutlich höhere Spannung als 12 Volt eingesetzt ?
Mir wurde von Elektrikern schon oft geraten , meinen Graf Spee von 24 Volt
auf die üblichen 12 Volt um zu rüsten , was aber Motorwechsel bedeutet .
Auch das Original , das in den USA gebaut wurde , war ein schönes Schiff !
Natürlich wurde das Foto nachträglich " colorized " !

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Re: Keine alte Fregatte..........

Post#10by Schlossherr » 2. Sep 2015, 00:02

hm......das schaut nicht gerade reizvoll aus...eher ein Albtraum......

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